Mrz
15
2010
0

Huhn nach General Tso

Geschrieben von Herr Falschgold in: Kochen nach Worten | Schlagwörter:, , ,

Manchmal, wenn der Wok halbvoll auskühlt, fragt man sich, woran es liegt, dass selbst mit dem Einsatz von Glutamat und hellblauem Geschirr die heimische 65 nicht so schmeckt wie die 65 beim Chinesen um die Ecke (ok, Vietnamesen..). Aber wen fragen, warum das so ist? Wo kommt chinesisches Essen eigentlich her, dass es so schwer erscheint das halbwegs authentisch nachzubauen? Aus China? Nein, in dem Fall aus New York, wie uns ein Artikel im Sunday Magazine der New York Times glaubhaft macht. (Weil Anmeldung erforderlich hier als PDF )

Das Rezept im Artikel, so gewöhnlich es aussieht, Sojasosse, Knoblauch, Ingwer, Huhn, schmeckt raffiniert, dass man’s kaum glaubt. Der Witz an der Angelegenheit ist, dass man sich zumindest bei den ersten Malen, zu denen man das Ganze ausprobiert, sklavisch an die Zutatenliste halten muss, mal nicht Pi mal Daumen Mist in den Wok haut sondern blöd wie Biolek die Sojasosse mit dem Teelöffel ausmisst.

Auch sollte man keinerlei Respekt vor der Menge der getrockneten Chillis haben, a) nimmt das Frittieren denen die Schärfe und b) werden diese entkernt und c) so grob geschnitten, dass sie am Ende gut verteilt an den Hühnerbruststücken haften und immer nur kleine, köstliche Schärfekicks verursachen. Auch sind die Chillis in diesem Gericht die wahren Geschmacksträger, durch das Frittieren erhalten sie einen sehr einzigartigen Geschmack, der die Grundlage von det Janze is. Und dieses ist damit eigentlich das erste Gericht dass mir regelmäßig so gelingt, wie ich mir chinesische Küche vorstelle.

Für 2 Personen:

Eine Hühnerbrust (je mehr Bio um so besser, aber bei 7-8 EUR verstehe ich jeden, der beim “normalen” Fleischer einkauft. Wer das Zeugs ausm Pluslidlaldi kauft, den verstehe ich nicht und wünsche ihm Krankheiten.), in mundgerechte Streifen schneiden, alles leicht einritzen (mehr Oberfläche..)

Panade (jaja, Panier):

  • 1 Eigelb
  • 2,5 Teelöffel Sojasosse
  • 2 Teelöffel Kartoffelstärke o. Mehl
  • 2 Teelöffel Erdnussöl (oder irgendein neutrales)

Die Hühnerbruststreifen gut darin wälzen, beiseite stellen.

Sosse:

  • 1 Teelöffel doppelt konzentriertes Tomatenmark
  • 1 Teelöffel Wasser (zum Auflösen)
  • 1/2 Teelöffel Kartoffelstärke o. Mehl
  • 2 Teelöffel Sojasosse
  • 1 Teelöffel Reisessig
  • 3 Teelöffel Wasser oder Hühnerbrühe

Alles vermengen, sollte eine sämige Sosse sein.

Je 2 Teelöffel Ingwer und Knoblauch (nach Geschmack) kleinhacken.

6-10 getrocknete Chillies, Aus diesen die Kerne rausmachen und zu etwas größere Stücken zermöllern/zerschneiden.

Die Hühnerbrust in kleineren Portionen (so dass das Öl nicht auskühlt) frittieren, sprich wirklich viel Öl in den Wok. Wenn fertig beiseite stellen, das Öl durch ein Sieb in einen Blechnapf tun, kann man mehrmals verwenden.

Dann etwas Öl in den Wok, die Chillis rein, ca. 30 Sekunden, bis sie ein bissel bräunen, dann für ein paar Sekunden (!) Knoblauch und Ingwer rein, bis es gut riecht, dann die Sosse rein (jetzt riecht es richtig gut), dann die Hühnerbrust wieder rein, runternehmen vom Gas, und ein paar Tropfen Sesamöl reingeben.

Auf den Teller, evtl. mit Frühlingszwiebeln bestreuen, that’s it..
Feb
17
2010
0

Tourismus verdirbt den Charakter – nicht unbedingt..

Geschrieben von Herr Falschgold in: Herr Falschgold läßt kochen, Lissabon | Schlagwörter:, ,

Auf dem Weg zum Ticketkauf fuer’s Benficaspiel gegen die gluecklose Hertha lag der Lissaboner Ortsteil Carnide mit dem Reisefuehrergelobten “O Miudinho” fast auf dem Weg.

Carnide ist das Altnauslitz des Neubauhausschen Wohngebietes um das Estadio de Luz herum, ein Quadratkilometer Altbau, zum Teil gut ummauert, im Semislum, mit Dorfkern, Bank unter Palme  - das reine Altkoetzschenbroda.

“Carnide” klingt schon mal fast wie Fleisch (“Carne”) und somit gut, nur die terroristische Erwaehnung bereitete uns Prebauchschmerzen.  Unnoetig, zwar profitierte das Interieur von der Touristenflut und sieht nunmehr aus wie eine neue tschechische Gaststaette, dem versprochenen traditionellen, einfachen Essen hat sie nichts anhaben koennen.

Ein simpler Kalbsschaschlickspiess, fast nur aus Fleisch und ein paar Zwiebelscheiben bestehenden, ersteres “Au Point” dazu ein paar Baconscheiben und Pommes und herr Falschgold war gluecklichgestellt und mal wieder gezeigt, dass nicht alles in Portugal durchgebraten wird.

Frau L.  bekam ein, wie wir ein paar Tage spaeter merken sollten, sehr typisches Gericht, ein milder Schweinegulasch mit Knoblauch, leichtem (suessen) Chillieinschlag, dazu Clams (wie heisst diese Muschel im Deutschen? Clams, wie in “Drunken Clam“?) und sehr sauer eingelegten Karotten und Blumenkoehlchenroeschen, dazu Pommeswuerfeldingens, wird allgemein gern gereicht und schmeckt im allgemeinen maessig, aber es geht ja um’s Fleisch!.

4x Essen, 4x Great! Wie soll das enden?!

Feb
16
2010
0

And now, to something completely different..

Geschrieben von Herr Falschgold in: Herr Falschgold läßt kochen, Lissabon | Schlagwörter:

Ah, Wundergoogle! Zum Ehrentag des Herrn Falschgold sollte’s Sushi sein, also zueckte die vollvergoogelhandyte Reisegruppe die Leuchtkaestchen, suchte nach “Sushi” im Google Maps, checkte kurz die Reviews und die Entscheidung stand fest: Sushi Lisboa

28 5/5 Sterne Reviews konnten nicht irren und tatsaechlich, Bestes Sushi (nicht dass wir Experten waeren, aber wenn lecker, dann gut) im  ueblichen, etwas tschechischen Ambiente der Lissaboner Kneipen des erschwinglichen EVP.

All You Can Eat fuer 6,90 am Wochen-, 8,90 am Feiertag (und ein solcher ist der Faschingsdienstag hier), Sake 3,50 begruesste uns der Japanischen Besitzer, der die ganze Zeit ein waches Auge auf’s Prall gefuellte Bueffett hatte (neben Sushi auch mit hervorragend aussehendem Chinesischem ) – allerdings waren die Argusaugen nicht auf die Menge gerichtet, die man auf den Teller schaufelt, sondern, dass alle Speischen noch in zufriedenstellender Menge vorhanden sind.

Antwort auf unsere ueberschwengliches Sushi-Lob: “Eat more!”

Empfehlenswert? Muss! Muss! Muss!
Abzocke? iwo
Touristen? Im Sushirestaurant ist ja wohl jeder Tourist..

Theme: TheBuckmaker.com Website Design | Get Webhosting, SqueezeBox Touch

Better Tag Cloud