Huhn nach General Tso

Manchmal, wenn der Wok halbvoll auskühlt, fragt man sich, woran es liegt, dass selbst mit dem Einsatz von Glutamat und hellblauem Geschirr die heimische 65 nicht so schmeckt wie die 65 beim Chinesen um die Ecke (ok, Vietnamesen..). Aber wen fragen, warum das so ist? Wo kommt chinesisches Essen eigentlich her, dass es so schwer erscheint das halbwegs authentisch nachzubauen? Aus China? Nein, in dem Fall aus New York, wie uns ein Artikel im Sunday Magazine der New York Times glaubhaft macht. (Weil Anmeldung erforderlich hier als PDF )
Das Rezept im Artikel, so gewöhnlich es aussieht, Sojasosse, Knoblauch, Ingwer, Huhn, schmeckt raffiniert, dass man’s kaum glaubt. Der Witz an der Angelegenheit ist, dass man sich zumindest bei den ersten Malen, zu denen man das Ganze ausprobiert, sklavisch an die Zutatenliste halten muss, mal nicht Pi mal Daumen Mist in den Wok haut sondern blöd wie Biolek die Sojasosse mit dem Teelöffel ausmisst.
Auch sollte man keinerlei Respekt vor der Menge der getrockneten Chillis haben, a) nimmt das Frittieren denen die Schärfe und b) werden diese entkernt und c) so grob geschnitten, dass sie am Ende gut verteilt an den Hühnerbruststücken haften und immer nur kleine, köstliche Schärfekicks verursachen. Auch sind die Chillis in diesem Gericht die wahren Geschmacksträger, durch das Frittieren erhalten sie einen sehr einzigartigen Geschmack, der die Grundlage von det Janze is. Und dieses ist damit eigentlich das erste Gericht dass mir regelmäßig so gelingt, wie ich mir chinesische Küche vorstelle.
Für 2 Personen:
Eine Hühnerbrust (je mehr Bio um so besser, aber bei 7-8 EUR verstehe ich jeden, der beim “normalen” Fleischer einkauft. Wer das Zeugs ausm Pluslidlaldi kauft, den verstehe ich nicht und wünsche ihm Krankheiten.), in mundgerechte Streifen schneiden, alles leicht einritzen (mehr Oberfläche..)
Panade (jaja, Panier):
- 1 Eigelb
- 2,5 Teelöffel Sojasosse
- 2 Teelöffel Kartoffelstärke o. Mehl
- 2 Teelöffel Erdnussöl (oder irgendein neutrales)
Die Hühnerbruststreifen gut darin wälzen, beiseite stellen.
Sosse:
- 1 Teelöffel doppelt konzentriertes Tomatenmark
- 1 Teelöffel Wasser (zum Auflösen)
- 1/2 Teelöffel Kartoffelstärke o. Mehl
- 2 Teelöffel Sojasosse
- 1 Teelöffel Reisessig
- 3 Teelöffel Wasser oder Hühnerbrühe
Alles vermengen, sollte eine sämige Sosse sein.
Je 2 Teelöffel Ingwer und Knoblauch (nach Geschmack) kleinhacken.
6-10 getrocknete Chillies, Aus diesen die Kerne rausmachen und zu etwas größere Stücken zermöllern/zerschneiden.

Die Hühnerbrust in kleineren Portionen (so dass das Öl nicht auskühlt) frittieren, sprich wirklich viel Öl in den Wok. Wenn fertig beiseite stellen, das Öl durch ein Sieb in einen Blechnapf tun, kann man mehrmals verwenden.
Dann etwas Öl in den Wok, die Chillis rein, ca. 30 Sekunden, bis sie ein bissel bräunen, dann für ein paar Sekunden (!) Knoblauch und Ingwer rein, bis es gut riecht, dann die Sosse rein (jetzt riecht es richtig gut), dann die Hühnerbrust wieder rein, runternehmen vom Gas, und ein paar Tropfen Sesamöl reingeben.





