Rezensionen
Restrepo
"Woraus sich ergibt, dass Junger in seinem Leben kein Freund der Taliban mehr wird. Nicht aus heren ideologischen ZDF-Terrorismus-Expertengruenden sondern weil er ein Jahr lang in einem Vorposten in Afghanisten namens "Restrepo" gelebt hat. Wie der Posten zu seinem Namen kam, erzaehlt er mit einer kleinen Geschichte ueber drei der Platoonmitglieder, die kurz vor dem Abmarsch ins Korangaltal nochmal das... »
Darauf haben wir gewartet
"Seine Lebensumstände sind nicht rosig. Nicht gerade als Wunschkind in proletarische Verhältnisse geboren, beschreibt er seine ersten Kinderjahre in einem Umfeld zwischen Deutschnationalen und Republikanern, in der elektrischer Strom nur für die Beleuchtung genutzt wird und auf dem Herd Wäsche und Essen gekocht werden. Und ihm ist immer klar, dass er am unteren Ende der sozialen Leiter steht, deren Einteilung... »
Sommerobsession
"Stoischen Gemütes spricht er fast nie und bleibt fast immer ruhig, außer wenn er seine heldischen Nahkampffähigkeiten einsetzen muss, allerdings verabscheut er den Kampf mit Messern. Der Kampf gegen mehrere Gegner ist nie ein Problem. Er trinkt seinen Kaffee schwarz und ist von Mathematik und Bluesmusik fasziniert, und er weiß immer, wie spät es ist, ohne jemals eine Uhr zu... »
Als alles anders wurde, 2. Teil
"...zum anderen wird im letzten Teil des Buches an der Kritik Collins' an der heutigen Frauengeneration eine weitere Motivation für "When everything changed" deutlich: Sie stört sich - zu Recht - an den noch immer weit verbreiteten Annahmen, dass 1. heute auch für Frauen alles möglich wäre, und dass 2. die Geschichte der vielfältigen Auseinandersetzungen häufig auf die oft kolportierte Geschichte... »
Fearbook
"...Die Facebookdebatte - Sie kocht und kocht, Manifeste, Aufrufe, gar Gesetze zum Schutz der heiligen Privatsphäre werden geschrieben und was macht der Facebookuser? Er updatet seinen Status als waere nichts geschehen. Frechheit! Der Ganzen Debatte liegt die Prämisse zugrunde, dass Informationen über mich selbst so wertvoll sind, wie mein materielles Eigentum, und damit qua bürgerlicher Gesetzgebung ebenso schützenswert. Abgesehen davon, dass wir uns... »
Als alles anders wurde…
"Ihre retrospektive Position ermöglicht es ihr, auf feministische Kritiken der Frauenbewegung einzugehen und gleichzeitig kontroverse Positionen von Frauen zu reflektieren. Spiegelten in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Kritiken an der Konzentration auf einen als weiß und von und nur für die Mittelschichtsfrauen empfundenen Kampfes einen Großteil des kritischen Diskurses zum Feminismus wider, der die Frage nach "race" und... »
Anatomie ist Schicksal. WTF!
"Leslie Feinbergs "Stone Butch Blues" ist ein Roman über das Leben in der Arbeiterklasse, und auch dies ist zuerst überraschend, werden doch transgender Bewegungen und feministische Kämpfe oft zusammen gedacht, und feministisch-theoretische Anstöße kommen oft aus einem universitären Umfeld. Unüberhörbar und unendlich groß ist die Enttäuschung, als Jess erkennen muss, dass die feministische Bewegung ihn abweist. Ihr wird unterstellt, so... »
Häuptling vom Stamm der Köche
"...Denn der professionelle Koch ist oft näher am Psychopathen als andere Berufsgruppen, begründet in der ihm eigenen Arbeitszeit und dem sich daraus ergebenden Mangel an Kontakten zu Menschen aus Fleisch und Blut, denn Köche funktionieren, anders als wir, auf Basis von Cholesterin und Alkohol. Wer je das böse Grinsen eines Johann Lafer beim Präsentieren von Metbrötchen sehen musste, dessen Zubereitung... »
Erziehung der lustfeindlichen Linken
"Ursula Winnington unternimmt in ihrem "Leib- und Magenbuch" den nicht zu unterschätzenden Versuch, der ostdeutschen Bevölkerung Gaumen- und Leibesfreuden näherzubringen und sieht sich dabei mit dem Umstand konfrontiert, dass zum Einen die gesellschaftliche Haltung gegenüber Gourmets eine abschätzige ist, und also der Versuch unternommen werden muss, mit Hilfe von Engels, Marx und anderen über jeden Verdacht der Unterdrückung der arbeitenden... »
Tierquälerei und der koloniale Blick auf das Fremde
"Wandel und Entwicklung von gesellschaftlichen Haltungen und Ansichten, seien es kolonialistische gegenüber den ursprünglichen Lebensräumen der Tiere, und superiore gegenüber der Natur, die um jeden Preis, und sei es deren Tod, den absurden Vorstellungen der Dompteure gemäßes Verhalten zeigen sollen, und die immer wieder zu Tage tretende Motivation, nämlich der monetäre Gewinn bei so offensichtlicher Gewalt gegenüber den Tieren, lassen... »