Lobpreisung und Verriss
Irmgard! Die Ludditen kommen..
..sagte Herr Falschgold zu seiner Kollegin nach dem Lesen der Klappentexte von Jaron Laniers "You Are Not a Gadget: A Manifesto" und Frank Schirrmachers "Payback". Es war die Zeit, als die Facebookdebatte auch ausserhalb der Panischen Republik Deutschland Wellen schlug und es dem Herrn Falschgold danach war, sein Missfallen darob zu äussern. In der Hoffnung kluge Dinge übers Internet zu... »
Erziehung der lustfeindlichen Linken
"Ursula Winnington unternimmt in ihrem "Leib- und Magenbuch" den nicht zu unterschätzenden Versuch, der ostdeutschen Bevölkerung Gaumen- und Leibesfreuden näherzubringen und sieht sich dabei mit dem Umstand konfrontiert, dass zum Einen die gesellschaftliche Haltung gegenüber Gourmets eine abschätzige ist, und also der Versuch unternommen werden muss, mit Hilfe von Engels, Marx und anderen über jeden Verdacht der Unterdrückung der arbeitenden... »
Tierquälerei und der koloniale Blick auf das Fremde
"Wandel und Entwicklung von gesellschaftlichen Haltungen und Ansichten, seien es kolonialistische gegenüber den ursprünglichen Lebensräumen der Tiere, und superiore gegenüber der Natur, die um jeden Preis, und sei es deren Tod, den absurden Vorstellungen der Dompteure gemäßes Verhalten zeigen sollen, und die immer wieder zu Tage tretende Motivation, nämlich der monetäre Gewinn bei so offensichtlicher Gewalt gegenüber den Tieren, lassen... »
Fettammern, Rotkehlchen und gefüllter Kalbskopf
... Eine weitere Hürde für text2pot-Kocher wie den dementen Rezeptsklaven Biolek ist die durchgängig verwendete "gefühlte Mengenangabe". Es wechseln wild exakte Angaben wie "125g Butter" mit wagen "7 Kalbskoteletts". Diese werden übrigens nachdem sie in der Butter angebraten wurden, mit zwei Esslöffeln Bratenfond einige Minuten gekocht, dabei immer wieder auf den Pfannenboden gedrückt, dass sie den Fond aufsaugen. Das nennt man... »
Dressur: Nahrungsaufnahme & Gebaren
In der heutigen Sendung geht es um Erziehung, und mehr noch, um ihre Zumutungen: Um die von Tieren, wenn Gerhard Zapff im ob seiner holprigen Sprache schwer lesbaren Kompendium "Vom Flohzirkus zum Delphinarium" Tierdressuren beschreibt, die heute (hoffentlich) nur noch als Quälereien wahrgenommen werden können, und um die von Menschen, wenn die vom Feinschmeckergeist nicht geküssten Ostdeutschen etwas über gutes... »
Lesungen – Geiseln des Feingeistes
Elitär im Geiste und geistverbreitend in der Profession als Literaturkritiker im Studio B stehen wir regelmäßig vor dem Dilemma, die Massenwirksamkeit von Autorenlesungen zur Gewinnung von Literaturliebeslohn nicht ignorieren zu können und dennoch nicht zwei Stunden lang in der untiefstgeistigen Umarmung des an der permanent falschen Stelle lachenden, des an der ihm imagsteigernd erscheinenden Stelle nickenden, des permanent "schmunzelnden" Möchtegernintellektuellen... »
Grande Dame
"Später fragt sie mich nach der Sendung und was ich gern aufnehmen möchte, ich zeige ihr das Kapitel und sie ist nicht ganz einverstanden. Sie müsse ein paar Abschnitte eher beginnen, damit es als Leseprobe verständlich ist. Da sie an diesem Abend aus ihrem Buch „Die Reise nach Sofia“ lesen wird, habe ich eine Geschichte daraus gewählt, ich möchte Ihnen... »
Wir wollen Bass! Bass!
"..Versehen mit überdimensionaler Selbstiroinie begeistert er die 10 Prozent der Deutschen, die diese Eigenschaft kennen, seit Jahren mit Büchern, Kolumnen und Übersetzungen aus dem englischen, irischen und amerikanischen. Er wurde geschlagen mit dem schweren Los des den Nachlass ausschlagenden Renommeeverlagserben, dem Zuzug einer seltenen Nervenkrankheit, die ausgerechnet Harry Rowohlt, der Lesungen unter dem Motto "Schausaufen mit Betonung" abhielt, zum Fast-Abstinenzler... »
Genussfähiger Sprachblockwart
"..Man muss vermuten, dass zwischen Autor und Publikum eine sprachkatalysierte unheilige Reaktion aus des Sendenden oft den Hauch zu populistischer Pointen und der Empfangenden ansozialisierten unterdrückten Spießigkeit entsteht, mit der man - Physik - leben muss, die dem Werk des Autors aber doch irgendwie ungerecht wird. Denn Droste versteht viel vom "Besser Leben" und gibt lobenswerterweise... »
Jungautor mit Debütroman
"Frömbergs Held und Antiheld Förster ist bettelarm, reibt sich für die Arbeit an Spucke auf und wird dabei (...) langsam verrückt. Oder, man kann es auch so sehen – er sieht plötzlich klarer. Er sieht, dass wir alle Leichen im Keller haben. (...) Frömberg hat keine Zeit für Klatsch, es geht ihm um das große Ganze, wie jedem ordentlichen Linken.... »